Hermann Bühler
Alto solo
   
CD DEA 4758 

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Hermann Bühler
Alto solo
   

Alto solo von Hermann Bühler ist eine Sammlung von Aufnahmen, die während zehn Jahren live und im Studio entstanden ist. Der Titel Alto solo bezieht sich auf das Solo Oeuvre von Anthony Braxton, der schon 1972 die formalen Möglichkeiten des solo gespielten Altosaxophons vorgestellt hat.

Das Saxophon- ein Klanghorn, ein humanes "intonarumori" (Geräuscherzeuger) - wird von Hermann Bühler in einem Verfahren gespielt, das der surrealistischen "écriture automatique" nahe kommt. Die Methode der "écriture automatique" geht auf André Breton und Salvador Dali zurück, die ihre Texte und Bilder in einer Welt zwischen Traum und Wirklichkeit fanden. Ein ähnliches Verfahren wendet Hermann Bühler mit seinen Improvisationen auf die Musik an.

Hermann Bühler generiert mit Alto solo einen Raumklang, der sich beim Abspielen der CD mit der Wirklichkeit des Zuhörers, den Klängen seiner näheren und weiteren Umgebung (man öffne die Fenster...) mischen wird. Die Musik taucht manchmal ab unter die Hörschwelle, um plötzlich wieder die Aufmerksamkeit in ihren Bann zu ziehen. Beim näher Hinhören öffnen sich Bereiche, welche die Zuhörer individuell aufschlüsseln; eigentümliche Klangbilder sind zu hören, die den inneren Klängen und Stimmen der Hörer nahe kommen.

Die Musik in Hermann Bühlers Alto solo entwickelt sich in Perioden, die von den Alaps der indischen Musik inspiriert sind. Doch sprengen immer wieder geräuschhafte Ausbrüche diesen Rahmen und öffnen Türen zu unverhofften Klangfeldern. Hier ist eine Musik zu hören, der man sich nahe der Bewusstseinsgrenze hingeben kann. Die improvisierten Klänge folgen sich unwillkürlich wie Umgebungsgeräusche, sie ergeben Punkte, Linien und Bewegungen, die sich wiederum zu intimen Klangbildern zusammenfügen.

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